Mobile Übungsanlage Brandbekämpfung 2003

Feuerwehrleute mieten sich ein Feuer zu Übungszwecken!

Eine Stichflamme rast über die Köpfe der Männer hinweg. Donnerndes Grollen der Flammen. Die Feuerwehrmänner stehen auf dem Dach der Übungsanlage. Vorsichtig öffnen sie die Luke. Begleitet von einem lauten Zischen fährt ihnen eine Stichflamme entgegen. Die Männer löschen das Feuer im Eingangsbereich, steigen ins Wageninnere ab und werden von enormer Hitze und großen Flammen empfangen.

pict1

Rund zehn Minuten dauert der Kampf, dann weichen die Flammen dem Wasser. Erst dann gewinnen die Feuerwehrmänner die Kontrolle über das Inferno. Viele Feuerwehrleute aus dem ganzen Kreis haben regelmäßig die Gelegenheit, Brandbekämpfung und Atemschutzübungen in realistischer Umgebung zu trainieren. Möglich macht dies eine mobile Feuerlösch-Trainingsanlage. Die Sattelschlepper-Anhänger sind mit verschiedenen gasbetriebenen Brandstellen und einem Flash Over ausgestattet. Denn dieser ist besonders gefährlich. Bei einem Flash Over entzünden sich Rauchgase durch starke Hitze und es kommt durch die Sauerstoffzufuhr zu einer gefährlichen Rauchgasdurchzündung.

pict2

Die Übungsbrände werden vom Übungsleiter über sein Bedientableau gelegt. Gas strömt durch Rohre, verteilt sich und wird an der Austrittstelle von einem Zündbrenner gezündet. Der Übungsleiter bestimmt, wann und wo das nächste Feuer ausbricht. Die Feuerwehrleute durchkämmen während der Übung den 13 Meter langen Container und haben dabei immer wieder neue Situationen zu meistern, die im Ernstfall bei einem kleinsten Fehlern tödlich enden könnten. Damit die Übung besonders realistisch wird, können gefürchtete Geräusche wie ausströmendes Gas, einstürzende Balken sowie Knister- und Knackgeräusche simuliert werden.

pict3

Diese Übung zur erweiterten Ausbildung müssen Atemschutzgeräteträger regelmäßig in einer Übungseinrichtung Brandbekämpfung (MÜB) oder alternativ in einer Atemschutzstrecke (in Sindelfingen oder am Flughafen Stuttgart) erfolgreich bestreiten. Diese Übung dient zur Überwachung der psychischen und physischen Belastung der einzelnen Kameraden. Der Vorteil liegt klar auf der Hand, da jeder nach solch einer Übung seine Schwächen und Fehler meist selbst erkennt. Die Temperatur beträgt im Inneren des Trucks ca. 300°C bis 400 °C. Durch eine genau gesteuerte Gaszufuhr können immer wieder Brände im Inneren neu entstehen und der gefürchtete Flash Over gezündet werden.

pict4

Das Teamwork der Kameraden kommt bei einer solchen Übung richtig zur Geltung, da der Angriffstruppmann (der mit dem Strahlrohr löscht) die Gefahren meist nicht sieht, da er hauptsächlich auf den Brandherd fixiert ist. Der Angriffstruppführer achtet dagegen ständig auf alles vor, neben, über, unter und hinter dem Angriffstrupp ist, um gefährliche Situationen zu erkennen und eine Gefährdung des Angriffstrupps zu vermeiden. Trotz modernster Technik und Schutzeinrichtungen sind kleine Verletzung leider nicht auszuschließen. In verschiedenen Übungen haben sich Kameraden einiger Nachbarwehren die Hände und den Rücken verbrannt. Anderen wurde es übel und mussten die Übung abbrechen. Allerdings waren die Verletzungen waren nicht sehr schlimm. Sie sind die beste Unterweisung und Schulung, da sie auf die ständige Gefahr hindeuten. Jeder wird ermahnt, dass nur mit korrektem Tragen der Schutzkleidung solche Gefahren vorgebeugt werden kann.

Um einen Eindruck dieser Übungsanlage zu verdeutlichen, sind unter folgenden Links einige Bilder dieser Brandbekämpfungsanlage verfügbar:

Ihre Feuerwehr Steinenbronn

Zuletzt aktualisiert am 04. Dezember 2011